Umfrage zu Forschungsdaten in den Geistes- und Humanwissenschaften an der Universität zu Köln

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Authorship
  1. 1. Katja Metzmacher

    Data Center for the Humanities (DCH) - Universität zu Köln (University of Cologne)

  2. 2. Patrick Helling

    Data Center for the Humanities (DCH) - Universität zu Köln (University of Cologne)

  3. 3. Jonathan Blumtritt

    Data Center for the Humanities (DCH) - Universität zu Köln (University of Cologne)

  4. 4. Brigitte Mathiak

    Data Center for the Humanities (DCH) - Universität zu Köln (University of Cologne)

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Einleitung
Forschungsdaten spielen in den Geisteswissenschaften eine immer größere Rolle. Die für 2019 erwartete Ausschreibung zum Aufbau einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) durch das BMBF, die auf die Empfehlungen und Diskussionsimpulse des RfII zurückgehen (RfII 2016), zeigen den Stellenwert, den Forschungsdatenmanagement mittlerweile im wissenschaftspolitischen Diskurs erhalten hat. Für die Bildung von Konsortien in der NFDI wird explizit eine Ausrichtung der Strukturen an den Bedürfnissen der Community gefordert (RfII 2017). Eine Evaluation der eigenen Angebote sind für Forschungsinfrastrukturen, Hochschulen und Forschungsdatenzentren ein wichtiges Instrument, um die Planungen an die sich entwickelnden Bedürfnisse der Wissenschaftler*innen anzupassen.
Das Data Center for the Humanities (DCH) an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln ist ein Forschungsdatenzentrum, das speziell die Fragen der geisteswissenschaftlichen Forschung im Blick hat und das sich durch eine große Nähe zum Forschungsalltag ausweist. Das Feedback aus dem Kreis der Wissenschaftler*innen der Fakultät trägt großes Gewicht. Das DCH hat eine Umfrage konzipiert, bei deren Gestaltung wir uns an verschiedenen FDM-Umfragen orientiert haben, insbesondere an unserer ersten Umfrage 2016 (Mathiak, Kronenwett 2017), welche unter anderem den Bedarf an Beratung, Speicherplatz und anderen FDM-Services fokussierte. Ergänzend haben wir 2018 die Kenntnisse und Gewohnheiten im Bereich FDM erfragt und die Umfrage auf die Mitglieder der Humanwissenschaftlichen Fakultät ausgeweitet, die vermehrt das Beratungsangebot des DCH in Anspruch nehmen.

Beschreibung der Umfrage
Die Umfrage an der Philosophischen und Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität wurde zwischen dem 06.06. und 08.07.2018 vom DCH in Kooperation mit den beiden Dekanaten sowie dem Kompetenzzentrum Forschungsdaten der Universität durchgeführt.1 Der Online-Fragebogen bestand aus 36 geschlossenen Fragen, bei kategorialen Antworten gab es immer die Möglichkeit, ergänzende Kategorien zu benennen.
An der Humanwissenschaftlichen Fakultät nahmen insgesamt 115 Personen an der Umfrage teil, 67 haben alle Fragen beantwortet. Da teilweise nur die allerletzten Fragen unbeantwortet blieben, beinhaltet der Teildatensatz N=89 Fälle.
An der Philosophischen Fakultät nahmen insgesamt 215 Personen an der Umfrage teil, 128 beantworteten alle Fragen. Auch hier wurden einige nicht ganz vollständige Fälle in die Analyse miteinbezogen, der Teildatensatz beinhaltet N=179 Fälle. Diese können direkt mit der letzten Umfrage verglichen werden.
Insgesamt kann so auf eine Gesamtheit von 268 Datensätze zurückgegriffen werden. Alle Fächergruppen der beiden Fakultäten sowie alle Statusgruppen der Wissenschaftler*innen sind vertreten.

Methode
Bei der Umfrage handelt es sich um eine Online-Umfrage mit definierten Adressatenkreis, der aber nicht durch personalisierte Einladungen überprüft worden ist. Die Daten wurden bereinigt und statistisch in SPSS ausgewertet.

Ergebnisse
Die hier vorgestellten Ergebnisse beziehen sich auf die Erfahrung der Wissenschaftler*innen mit der Nutzung von Datenarchiven.
Von den befragten Personen haben deutlich weniger als die Hälfte Erfahrungen mit der Datenablage in Archiven. Lediglich 34,1% der Befragten haben bereits Daten in einem Datenarchiv abgelegt. Auch die Erfahrung mit sekundärer Datennutzung ist vergleichsweise gering. Dennoch ist das Interesse, insbesondere an unveröffentlichten Daten anderer Forscher*innen groß, sogar größer als die Bereitschaft selbst Daten zu veröffentlichen (siehe Abb. 1).

Abbildung 1. Gegenüberstellung von Interesse an Daten (N=165, Mehrfachantworten zulässig, blau) und Bereitschaft diese zu teilen (N=212, Mehrfachantworten zulässig, rot).

Grundsätzlich können sich aber nahezu alle Befragten vorstellen, zukünftig Forschungsdaten in einem Datenarchiv abzulegen. Mehrere Faktoren spielen dabei eine Rolle: so erfahren Empfehlungen von Datenarchiven durch Kolleg*inn*en eine hohe Relevanz und auch Möglichkeiten den Datenzugriff beschränken zu können bzw. Informationen darüber zu erhalten, wofür die eigenen Daten genutzt werden können, sind für die Befragten entscheidend. Gleichzeitig sind ein moderater Aufwand in der Datenaufbereitung und die Kostendeckung durch Forschungsförderung wichtige Faktoren (siehe Abb. 2).

Abbildung 2. Entscheidungsfindung bei der Wahl eines Datenarchivs (N=268).

Einfluss auf die strategische Ausrichtung des DCH
In der vorherigen Umfrage 2016 war vor allem das Bedürfnis nach Beratungen deutlich geworden. In den darauffolgenden zwei Jahren haben wir stark daran gearbeitet, die Angebote auszuweiten und uns mit verschiedenen Organisationen zu vernetzen, um Forschungsdatenmanagementbedürfnisse in der Breite bedienen zu können. Beispielsweise bieten wir nun mit der Universitätsbibliothek Köln zusammen rechtliche Beratungen an.
Darüber hinaus haben wir als eines der zentralen Probleme identifiziert, dass Onlineressourcen, wie Webseiten und Onlinedatenbanken oft nicht besonders lange erhalten werden und schnell verschwinden. Um dieses Problem anzugehen, haben wir das Projekt SustainLife (Barzen et al. 2018) eingeworben, in dem es um den Erhalt von genau solchen Systemen geht. Ähnlich hilfreiche Anstöße erhoffen wir uns auch aus den Ergebnissen der Umfrage diesen Jahres.

Vorschau Poster
Im Rahmen der Postersession werden wir noch mehr zu den Ergebnissen auch der anderen Umfrageabschnitte präsentieren, diese mit den Ergebnissen von 2016 und anderen Erhebungen vergleichen, sowie eine Vorschau auf die sich daraus resultierenden strategischen Ziele des DCH geben.

Dekanat der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln, https://phil-fak.uni-koeln.de/dekanat.html, Stand: 12.10.2018; Dekanat der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln, https://www.hf.uni-koeln.de/2008, Stand: 12.10.2018; Kompetenzzentrum Forschungsdaten an der Universität zu Köln, https://fdm.uni-koeln.de/, Stand: 12.10.2018.

Bibliographie

RfII - Rat für Informationsinfrastrukturen (2016):
Leistung aus Vielfalt. Empfehlungen zu Strukturen, Prozessen und Finanzierung des Forschungsdatenmanagements in Deutschland,
Göttingen.

RfII - Rat für Informationsinfrastrukturen (2017):
Schritt für Schritt - oder: Was bringt wer mit? Ein Diskussionsimpuls für den Einstieg in die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI),
Göttingen.

Mathiak, Brigitte / Kronenwett, Simone (2017):
A Survey on Research Data at the Faculty of Arts and Humanities of the University of Cologne,
in: Digital Humanities Conference 2017, Montreal 08.-11.08.2017,

https://dh2017.adho.org/abstracts/164/164.pdf

[Letzter Zugriff 12. Oktober 2018].

Barzen, Johanna / Blumtritt, Jonathan / Breitenbücher, Uwe / Kronenwett, Simone / Leymann, Frank / Mathiak, Brigitte / Neuefeind, Claes (2018):
SustainLife - Erhalt lebender, digitaler Systeme für die Geisteswissenschaften,
in: Book of Abstracts der 5. Jahrestagung der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd 2018), Köln 26.02.-02.03.2018: 471-474.

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Conference Info

Incomplete

DHd - 2019
"multimedial & multimodal"

Hosted at Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Johannes Gutenberg University of Mainz), Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main (Goethe University of Frankfurt)

Frankfurt & Mainz, Germany

March 25, 2019 - March 29, 2019

131 works by 311 authors indexed

Conference website: https://dhd2019.org/

Contributors: Patrick Helling, Harald Lordick, R. Borges, & Scott Weingart.

Series: DHd (6)

Organizers: DHd